Das Wichtigste in Kürze
- Nur die Deutsche und die Gemeine Wespe werden am Kaffeetisch lästig, sie nisten versteckt im Rollladenkasten, auf dem Dachboden oder im Erdloch.
- Hornissen sind größer, rotbraun an Kopf und Brust, brummen tief, fliegen nachts ans Licht und haben kein Interesse an Speisen.
- Bienenschwärme und Bienenvölker holt der Imker, Hornissen, Hummeln und Wildbienen sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt.
- Wir behandeln nur die beiden Störwespen und nur mit vernünftigem Grund, bei Hornissen und Hummeln beraten wir.
- Ein Foto per WhatsApp an 02331 / 90 29 16 klärt die Art, bevor ein Techniker losfährt.
Warum wir am Telefon zuerst die Art klären
Im Sommer beginnt fast jedes Gespräch bei uns mit demselben Satz: Am Haus fliegt etwas Gelbes ein und aus. Was genau dort fliegt, klären wir am Telefon, bevor ein Techniker losfährt. Denn Hornisse, Wespe oder Biene zu unterscheiden entscheidet über alles Weitere: Bei Honigbienen ist der Imker zuständig, bei Hornissen und Hummeln die Untere Naturschutzbehörde, und nur bei den beiden Störwespen kommt der Kammerjäger ins Spiel. Ein Foto per WhatsApp an 02331 / 90 29 16 spart allen Zeit. Sie fotografieren das Tier oder die Einflugöffnung aus sicherem Abstand, wir sehen Größe, Färbung und Nestort und sagen Ihnen, was Sie tun können und was nicht.
Dass wir so genau nachfragen, hat auch einen rechtlichen Grund. Alle Wespenarten stehen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, Hornissen, Hummeln und Wildbienen sind darüber hinaus besonders geschützt. Wer ein Hornissennest mit Spray aus dem Baumarkt behandelt, weil er es für ein Wespennest hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, auch aus Unwissen. Und wer ein Bienenvolk im Rollladenkasten bekämpft, vernichtet Tiere, die ein Imker gern übernommen hätte. Deshalb fragen wir nach Größe, Farbe, Flugbild und Nestort, und deshalb steht in diesem Ratgeber alles, was Sie für die Bestimmung brauchen.
Deutsche und Gemeine Wespe, die beiden Störenfriede
Von den vielen Wespenarten in Deutschland werden nur zwei am Kaffeetisch lästig: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Beide sind gut einen Zentimeter lang, schlank, mit auffälliger Taille, glänzend schwarz und gelb gezeichnet und fast unbehaart. Der Flug ist schnell und zackig, beim Landen auf dem Kuchen bleiben sie keine Sekunde ruhig. Unterscheiden lassen sich die beiden am Kopfschild: Die Deutsche Wespe trägt dort drei schwarze Punkte oder einen kleinen Strich, die Gemeine Wespe eine ankerförmige schwarze Zeichnung. Für die Praxis spielt der Unterschied keine Rolle, beide verhalten sich gleich und werden gleich behandelt.
Beide Arten bauen ihre Nester im Dunkeln: im Rollladenkasten, hinter der Holzverschalung am Dachüberstand, auf dem Dachboden zwischen Dämmung und Sparren, in Mauerspalten und in Erdlöchern. Die Gemeine Wespe nimmt gern alte Mäusegänge in Böschungen und unter Terrassenplatten. Das Nest selbst sieht man selten, dafür den Flugverkehr: An warmen Nachmittagen gehen an derselben Stelle jede Minute mehrere Tiere ein und aus. Ein Volk zählt im August mehrere tausend Tiere, und es fliegt bis in den Oktober, in milden Jahren länger. Genau diese beiden Arten kommen an Grillfleisch, Limonade und Pflaumenkuchen, und genau diese beiden behandeln wir bei der Wespenbekämpfung, wenn ein Grund vorliegt.
- Größe gut ein Zentimeter, die Königin etwas größer.
- Leuchtend gelb und schwarz, glatte Oberfläche, schmale Taille.
- Schneller, zackiger Flug, unruhig auf der Landestelle.
- Nest versteckt im Hohlraum oder im Boden, Papierhülle graubraun.
- Volk im Spätsommer mehrere tausend Tiere, aktiv bis Oktober.
- Kommen an Fleisch, Süßes und Getränke.
Hornisse, groß und laut, aber friedlich
Die Hornisse ist unsere größte heimische Wespe. Arbeiterinnen erreichen zwei bis zweieinhalb Zentimeter, die Königin über drei. Auffällig sind Kopf und Brustteil in Rotbraun, der Hinterleib ist gelb mit schwarzer Zeichnung, im Ganzen wirkt das Tier dunkler und weniger grell als eine Wespe. Der Flug klingt tief und brummend, man hört eine Hornisse, bevor man sie sieht. Anders als Wespen fliegen Hornissen auch nachts und landen dann an beleuchteten Fenstern, was im August viele Anrufe auslöst. An Kuchen und Grillfleisch haben sie kein Interesse. Sie jagen Insekten, darunter auch Wespen, und lecken Baumsaft an Eschen und Fliedern.
Hornissennester hängen in hohlen Bäumen, in Vogelkästen, auf Dachböden, in Schuppen und gelegentlich im Rollladenkasten. Die Hülle ist hellbraun und wirkt wie zerknittertes Papier, unten ist sie offen. Unter dem Nest sammelt sich ein Haufen Kot und Abfall, weil Hornissen ihr Nest sauber halten. Das Volk bleibt mit einigen hundert Tieren kleiner als ein Wespenvolk und ist mit dem ersten Frost tot. Am Nest verteidigen sich Hornissen wie alle Wespen, abseits davon sind sie scheu und weichen aus. Wer einige Meter Abstand hält und den Flugweg nicht versperrt, hat selten Ärger mit ihnen.
Hornissen sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt. Wir behandeln ihre Nester nicht, auch nicht auf Wunsch. Was wir tun: Wir helfen bei der Bestimmung und sagen Ihnen, wie Sie mit dem Nest bis zum Herbst zurechtkommen, etwa mit Fliegengitter am nächsten Fenster oder einem Sichtschutz vor der Einflugöffnung. Sitzt das Nest so, dass wirklich niemand daran vorbeikommt, etwa direkt über der Haustür einer Kita, ist die Untere Naturschutzbehörde der Ansprechpartner: bei der Stadt Hagen, beim Märkischen Kreis, beim Ennepe-Ruhr-Kreis oder beim Kreis Unna. Sie entscheidet über eine Ausnahme.
Honigbiene und Hummel, hier hilft kein Kammerjäger
Die Honigbiene ist schlanker als eine Hummel, aber deutlich weniger grell als eine Wespe. Ihr Körper ist bräunlich bis dunkel mit matten, schmalen Streifen und feiner Behaarung, die Taille ist kaum zu sehen. Eine Biene fliegt ruhig und zielstrebig, sie sitzt auf Blüten, nicht auf der Wurst. Wer im Mai oder Juni eine dicht hängende Traube aus tausenden Tieren an einem Ast, am Zaun oder unter dem Balkon findet, hat einen Bienenschwarm vor sich. Der Schwarm sucht ein neues Zuhause und ist in dieser Phase erstaunlich friedlich. Meist zieht er innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen weiter.
Zuständig ist hier der Imker, nicht der Kammerjäger. Imkervereine in Hagen, im Märkischen Kreis und im Ennepe-Ruhr-Kreis vermitteln Schwarmfänger, die den Schwarm einsammeln und in eine Beute setzen. Ein Volk, das sich bereits im Schornstein, im Rollladenkasten oder in einer Hohlwand eingerichtet hat, holt ebenfalls ein Imker heraus, dafür wird meist die Verkleidung geöffnet. Wir bekämpfen Bienen nicht. Ein Bienenstich unterscheidet sich übrigens von einem Wespenstich: Der Stachel bleibt mit der Giftblase in der Haut, die Biene stirbt danach. Den Stachel mit dem Fingernagel wegschaben, nicht drücken.
Hummeln erkennt jeder: rund, dicht pelzig, schwarz mit gelben oder weißen Binden, im Flug mit tiefem Brummen und scheinbar zu schwer für ihre Flügel. Ihre Nester liegen im Boden in alten Mäusenestern, im Vogelkasten, in der Dämmung unter dem Dach, im Komposthaufen oder unter der Terrasse. Ein Hummelvolk bleibt mit wenigen hundert Tieren klein und ist im Spätsommer am Ende, danach ist das Nest leer und wird nicht wieder bezogen. Hummeln stechen fast nie, sie warnen vorher mit erhobenem Mittelbein. Auch sie fallen unter § 44 BNatSchG. Wir lassen sie in Ruhe, und wir raten Ihnen dasselbe.
Wildbienen, Feldwespe und Sächsische Wespe
Wildbienen leben nicht in Völkern. Jedes Weibchen baut eigene Brutröhren in Löchern in Lehm, Totholz, Mauerfugen oder Sandflächen. Im Frühjahr fallen vor allem Mauerbienen auf, die zu Dutzenden an Fensterlaibungen, Rollladenkästen und Hauswänden schwärmen und in jede Ritze kriechen. Das sieht nach Befall aus, ist aber harmlos: Die Tiere stechen praktisch nicht, der Spuk ist nach wenigen Wochen vorbei. Die Löcher im Dämmputz sehen schlimmer aus, als sie sind. Wer sie nicht mag, verschließt sie im Herbst, wenn die Röhren leer sind, und bietet den Tieren eine Nisthilfe an. Wildbienen sind besonders geschützt, bekämpft werden sie nicht.
Die Feldwespe verwechseln viele mit der Deutschen Wespe, dabei ist sie leicht zu erkennen: sehr schlank, mit langen Hinterbeinen, die im Flug nach unten hängen, und orangefarbenen Fühlern. Ihr Nest ist eine kleine, offene Wabe ohne Hülle, oft nicht größer als eine Handfläche, unter Dachziegeln, an der Balkondecke, im Gartenhaus oder hinter dem Fensterladen. Das Volk zählt ein paar Dutzend Tiere, geht nicht an Speisen und ist ausgesprochen friedlich. Ein Feldwespennest am Balkon stört im Alltag kaum, auch wenn man täglich daran vorbeigeht.
Die Sächsische Wespe baut die Nester, die man sieht: graue, kugelige Papiernester mit geschlossener Hülle, frei hängend unter dem Dachüberstand, im Schuppen, am Vogelkasten, in der Hecke oder am Balkon. Genau deshalb wird sie oft gemeldet. Die Tiere sind etwas heller und schmaler als die Deutsche Wespe, sie meiden Kuchen und Fleisch und verteidigen nur das Nest selbst. Ihr Volk ist schon im August am Ende, dann ist das Nest leer und bleibt leer. Auch Feldwespe und Sächsische Wespe fallen unter § 39 BNatSchG. Für beide gilt bei uns: Wir erklären, was da hängt, und raten, das Nest bis zum Herbst hängen zu lassen.
Nestort und Flugbild verraten die Art
Oft sehen Sie das Tier nur kurz, den Nestort aber jeden Tag. Deshalb fragen wir am Telefon zuerst danach. Im Rollladenkasten sitzen fast immer Deutsche oder Gemeine Wespen, seltener Hornissen, ganz selten ein Bienenvolk. Auf dem Dachboden kommen Wespen und Hornissen vor, Hornissennester hängen dort frei mit offener Unterseite. Ein Loch im Rasen oder in der Böschung mit regem Flugverkehr gehört meist der Gemeinen Wespe, ein Loch mit trägen, pelzigen Tieren einer Hummel. Freihängende graue Kugeln in Hecke, Baum und Gartenhaus stammen von Sächsischen oder Mittleren Wespen. Im Vogelkasten wohnen Hornissen, Hummeln und Sächsische Wespen, eine Traube am Ast ist ein Bienenschwarm.
Das Flugbild hilft beim zweiten Blick. Wespen fliegen schnell und im Zickzack, landen und starten unruhig. Hornissen fliegen geradlinig, tief brummend und oft in Kopfhöhe an der Hauswand entlang, nachts ans Licht. Bienen fliegen ruhig und ohne Umwege zwischen Blüten und Flugloch. Hummeln taumeln brummend von Blüte zu Blüte. Feldwespen schaukeln mit hängenden Beinen, als trügen sie ein Gewicht. In den Wald- und Hanglagen rund um Lüdenscheid mit vielen Holzhäusern, Schuppen und alten Bäumen sehen wir häufig Hornissen und Sächsische Wespen, in den Ruhrauen bei Schwerte dagegen viele Erdnester der Gemeinen Wespe in Böschungen und an Uferwegen.
- Rollladenkasten: Deutsche oder Gemeine Wespe, gelegentlich Hornisse.
- Dachboden: Wespe im Hohlraum, Hornisse frei hängend an den Sparren.
- Erdloch: Gemeine Wespe bei regem Verkehr, Hummel bei trägen Tieren.
- Hecke oder Dachüberstand mit grauer Kugel: Sächsische oder Mittlere Wespe.
- Vogelkasten: Hornisse, Hummel oder Sächsische Wespe.
- Traube am Ast oder Zaun: Bienenschwarm, Imker anrufen.
Stichgefahr ohne Panik einschätzen
Ein Wespenstich schmerzt, schwillt an und juckt einige Tage, mehr passiert bei den meisten Menschen nicht. Wespen und Hornissen können mehrfach stechen, weil ihr Stachel glatt ist. Der Hornissenstich gilt als schmerzhafter, weil der Stachel länger ist und tiefer trifft, das Gift ist aber nicht gefährlicher als das einer Wespe. Die alte Regel, drei Hornissenstiche töteten einen Menschen, ist falsch. Gefährlich sind zwei Situationen: eine Allergie und Stiche im Mund oder Rachen. Atemnot, Schwellungen im Gesicht, Schwindel oder Kreislaufprobleme nach einem Stich sind ein Fall für den Notruf 112. Wer weiß, dass er allergisch ist, sagt uns das am Telefon, dann wissen wir, dass es eilt.
Die meisten Stiche passieren nicht am Nest, sondern beim Essen im Freien und bei der Gartenarbeit. Am Kaffeetisch: Getränke abdecken, aus dem Glas statt aus der Dose trinken, Kindern nach dem Essen den Mund abwischen, nicht nach den Tieren schlagen. Hektisches Wedeln reizt, ruhiges Wegschieben nicht. Beim Rasenmähen und Heckenschneiden lohnt vorher ein Blick auf Löcher im Boden und Flugverkehr an der Hecke, denn wer mit dem Mäher über ein Erdnest der Gemeinen Wespe fährt, bekommt Dutzende Stiche auf einmal. Bienen stechen nur in Not, Hummeln fast nie, Feldwespen und Sächsische Wespen nur beim Griff ans Nest.
Was wir behandeln und was nicht
Wir behandeln Nester der Deutschen und der Gemeinen Wespe, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt: Kinder oder Allergiker im Haus, ein Nest neben der Terrassentür, im Rollladenkasten des Schlafzimmers, am Eingang einer Bäckerei, im Spielbereich einer Kita. Ein Nest am hinteren Gartenzaun, das niemanden stört, ist kein Grund, das sagen wir am Telefon auch so. Der Techniker bringt ein zugelassenes Mittel in die Einflugöffnung, der Rollladenkasten bleibt dabei meist geschlossen. Den Festpreis je Termin nennen wir vor dem Einsatz, gezahlt wird per Rechnung. Termine sind meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen möglich, bei akuter Gefährdung oft noch am selben Tag.
Nester setzen wir nicht an einen anderen Ort, das gilt für alle Arten. Hornissen und Hummeln bekämpfen wir nicht, hier beraten wir: Abstand halten, Fliegengitter einsetzen, den Flugweg frei lassen, im Herbst die Öffnung schließen, damit im nächsten Jahr keine Königin einzieht. Für eine Ausnahme ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig. Bienenschwärme und Bienenvölker übernimmt der Imker oder der Imkerverein. Feldwespen und Sächsische Wespen lassen Sie hängen, ihr Volk ist im Spätsommer vorbei. Wenn Sie unsicher sind, was da fliegt, schicken Sie ein Foto per WhatsApp oder rufen Sie an, die telefonische Erstberatung ist kostenlos. Alle Wege stehen auf der Kontaktseite.
Rechtslage in Kürze
- Wespen dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Nester nicht ohne Grund zerstört werden. Ein Nest, das Kinder, Allergiker oder einen Betrieb gefährdet, ist ein Grund. Verstöße kosten bis 10.000 Euro Bußgeld. (BNatSchG § 39 Abs. 1)
- Hornissen, Hummeln und Wildbienen sind besonders geschützt. Ihre Nester dürfen nur mit einer Ausnahme der Unteren Naturschutzbehörde entfernt werden, in unserem Gebiet bei der Stadt Hagen, dem Märkischen Kreis, dem Ennepe-Ruhr-Kreis oder dem Kreis Unna. Verstöße kosten bis 50.000 Euro Bußgeld. (BNatSchG § 44)
Diese Punkte fassen die Gesetzeslage zusammen und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Behörde oder Gericht.
