S. Wagenschwanz GmbH, Betriebshygiene & Schädlingsbekämpfung

Ratgeber Draußen, 11 Minuten Lesezeit

Ameisen auf Terrasse und im Rasen Wegameise, Wiesenameise und Gartenameise erkennen

Ameisen auf der Terrasse und im Rasen sind fast immer Wegameisen oder Wiesenameisen aus dem eigenen Garten, und die Kolonie sitzt direkt unter Ihren Füßen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sandhäufchen zwischen den Platten stammen meist von der Schwarzen Wegameise oder der Rasenameise, die den Fugensand als Baumaterial nach oben tragen.
  • Erdhügel im Rasen gehören zur Gelben Wiesenameise, die unter der Erde bleibt und das Haus nicht betritt.
  • Geflügelte Ameisen im Juli und August sind der Hochzeitsflug, kein neuer Befall, und sie gründen kein Nest im Wohnzimmer.
  • Backpulver, Zimt oder kochendes Wasser erreichen die Königin nicht; wirksam ist nur Köder, den die Arbeiterinnen selbst ins Nest tragen.
  • Ameisen sind nicht geschützt, mit einer Ausnahme: die hügelbauende Rote Waldameise nach § 44 BNatSchG, die im Wald lebt und nicht unter Terrassen.

Welche Ameisen draußen unterwegs sind

Die häufigste Art zwischen Terrassenplatten ist die Schwarze Wegameise: drei bis fünf Millimeter, dunkelbraun bis schwarz, flink und in langen Straßen unterwegs. Sie nistet gern unter Platten, in Pflasterfugen, an Rasenkanten und hinter Randsteinen, weil sich der Stein in der Sonne aufheizt und das Nest darunter trocken bleibt. Die Arbeiterinnen tragen den feinen Sand aus den Gängen nach oben und legen ihn als kleine Kegel auf die Fuge. Draußen frisst sie Honigtau von Blattläusen, tote Insekten und alles Süße, was vom Terrassentisch fällt. Von dort ist der Weg über den Sockel in die Küche kurz.

Die Gelbe Wiesenameise ist kleiner, gelblich und tagsüber fast nie an der Oberfläche zu sehen. Sie lebt unter der Erde von Wurzelläusen, die sie wie Vieh hält, und baut im Rasen flache Erdhügel, die mit den Jahren zu festen Buckeln von der Größe eines Kopfkissens heranwachsen. Beim Mähen stößt der Rasenmäher dagegen, die Kuppe wird abrasiert, und im nächsten Jahr steht sie wieder. Ins Haus kommt diese Art praktisch nicht. Wer sie bekämpft, tut das wegen der unebenen Rasenfläche, nicht wegen einer Gefahr.

Die Rote Gartenameise erkennen Sie an der rotbraunen Farbe und daran, dass sie sich wehrt: Sie hat einen Stachel, und wer barfuß auf dem Nest steht, merkt das. Sie mag feuchte Stellen, nistet unter Steinen, im Kompost, unter Rindenmulch und in dichtem Rasen im Schatten. Die Rasenameise ist dagegen dunkel, fast schwarz, und baut kleine Sandkrater in Pflasterfugen und an Gehwegplatten, oft mitten in der Sonne. Sie ist von der Wegameise ohne Lupe kaum zu unterscheiden. Für das Vorgehen ist das nicht entscheidend, beide Arten reagieren auf Köder an der Straße.

Woran Sie ein Nest unter den Platten erkennen

Das erste Zeichen sind die Sandhäufchen. Morgens liegen frische, helle Kegel aus feinem Sand auf den Fugen, nach dem Fegen sind sie am nächsten Tag wieder da. Der Sand kommt aus dem Bett unter den Platten. Fehlt er dort, entsteht ein Hohlraum, die Platte kippt beim Auftreten, und die Fuge fällt in sich zusammen. Bei Pflaster in der Einfahrt sehen Sie das an einzelnen Steinen, die tiefer liegen als ihre Nachbarn, bei Terrassen an Platten, die beim Betreten klappern.

Das zweite Zeichen ist die Straße. Wegameisen laufen entlang von Kanten: Sockel, Randstein, Schwelle der Terrassentür, Regenfallrohr. Verfolgen Sie die Straße am frühen Abend, wenn viele Tiere unterwegs sind, in beide Richtungen. Ein Ende führt zur Futterquelle, oft ein Blumenkasten mit Blattläusen oder die Küche, das andere zum Nest. Sitzen die Tiere unter der Platte direkt vor der Terrassentür, ist der Schritt ins Haus nur eine Frage der Zeit. Deshalb lohnt sich der Blick nach draußen, bevor die Straße drinnen über die Arbeitsplatte läuft.

Der Zeitpunkt sagt ebenfalls etwas. Im April und Mai wachen die Kolonien auf, die Arbeiterinnen räumen die Gänge frei und brauchen Nahrung für die neue Brut. In dieser Zeit sind die Sandhäufchen am größten und die Straßen am längsten. Im Hochsommer bei Trockenheit ziehen sich viele Völker tiefer zurück, im Herbst wird es ruhig. Wer im Frühjahr handelt, erwischt die Kolonie, bevor sie sich unter mehreren Platten verteilt.

Geflügelte Ameisen im Hochsommer

An schwülen Nachmittagen im Juli und August steigen aus den Nestern plötzlich Hunderte geflügelte Ameisen auf. Das sind Jungköniginnen und Männchen beim Hochzeitsflug. Der Schwarm ist oft im ganzen Viertel gleichzeitig unterwegs, weil alle Völker einer Art auf dasselbe Wetter warten. Die Tiere fliegen ungeschickt, landen auf Fensterbänken, in Getränken und in Haaren. Nach ein bis zwei Tagen ist der Spuk vorbei. Die Männchen sterben, die begatteten Königinnen werfen die Flügel ab und suchen sich einen Platz im Boden, um ein neues Volk zu gründen.

Geflügelte Ameisen im Haus bedeuten im Sommer nicht, dass dort ein neues Nest entsteht. Eine junge Königin der Wegameise gründet ihr Volk im Erdreich, nicht auf dem Laminat. Fenster schließen, die Tiere aufsaugen oder ausfegen, fertig. Anders liegt der Fall, wenn im Winter oder im zeitigen Frühjahr geflügelte Tiere im Wohnraum auftauchen: Dann sitzt ein Nest im warmen Haus, zum Beispiel in der Dämmung oder in feuchtem Holz, und die Tiere schwärmen dort, weil sie die Jahreszeit falsch einschätzen. Das ist ein Fall für die Nestsuche.

Warum Hanglagen und Splittbetten besonders betroffen sind

In Hagen, Wetter, Herdecke und Iserlohn stehen viele Häuser am Hang. Die Terrasse liegt dort oft auf einer Aufschüttung hinter einer Stützmauer, nach Süden ausgerichtet, mit lockerem, gut durchlässigem Boden. Das ist genau der Untergrund, den Wegameisen suchen: warm, trocken, leicht zu graben, und das Regenwasser läuft ab, statt die Gänge zu fluten. Trockenmauern aus Bruchstein, wie sie an vielen Hängen an Ruhr und Volme stehen, bieten obendrein Hunderte Hohlräume. Bei Einsätzen als Kammerjäger in Wetter und Herdecke sind solche Hangterrassen im Frühjahr ein Dauerthema.

Splittbetten verstärken das Problem. Terrassenplatten auf Splitt oder Edelsplitt liegen lose, die Fugen sind offen und ohne Bindung. Die Ameisen räumen den feinen Anteil aus, legen Kammern zwischen den Körnern an und nutzen die Wärme, die der Stein tagsüber speichert. Ein Betonfundament oder ein verdichtetes Schotterbett mit Fugenmörtel ist für sie deutlich unattraktiver. Wer eine neue Terrasse plant, kann mit gebundenem Fugenmaterial und einer Randeinfassung ohne offene Kanten viel vorbeugen. Bei einer bestehenden Terrasse lassen sich zumindest die Fugen nachträglich verfüllen.

Was selbst hilft und was nur Zeit kostet

Ein paar Dinge wirken tatsächlich. Blattläuse an Rosen, Obstbäumen und in Blumenkästen sind die Hauptnahrung der Wegameise draußen; wer die Läuse behandelt, nimmt der Kolonie das Futter. Süße Reste vom Terrassentisch, offene Mülleimer und der Napf der Katze gehören weggeräumt. Die Straße lässt sich mit Wasser und Spülmittel abwaschen, das löscht die Duftspur für ein paar Stunden. Köderdosen aus dem Fachhandel, direkt an die Straße gestellt, werden von den Arbeiterinnen ins Nest getragen und wirken dort, wo Sie mit der Hand nicht hinkommen. Offene Fugen können Sie mit Fugensand mit Bindemittel oder mit Fugenmörtel schließen.

Vieles andere kostet nur Zeit. Backpulver soll die Ameisen zum Platzen bringen, in der Praxis meiden sie es oder tragen es weg. Zimt, Kaffeesatz, Lavendel und Kreidelinien wirken abschreckend, solange der Geruch frisch ist, und die Straße verlegt sich zwei Handbreit weiter. Kochendes Wasser tötet die Tiere in den oberen Gängen, die Königin sitzt aber tiefer, und das Wasser spült zusätzlich Fugensand aus. Kalk auf dem Rasen verändert den Boden, nicht die Kolonie. Stecker- und Batteriegeräte, die Ameisen mit Schall vertreiben sollen, haben in keiner brauchbaren Prüfung etwas gebracht. Spray auf die Straße tötet Einzeltiere, das Nest liefert am nächsten Tag Nachschub.

  • Blattläuse an Pflanzen behandeln, damit die Kolonie ihre Futterquelle verliert.
  • Süße Reste, offenes Katzenfutter und Fallobst von der Terrasse räumen.
  • Köderdosen aus dem Fachhandel direkt an die Straße stellen und in der Zeit nicht sprühen.
  • Offene Fugen mit gebundenem Fugensand oder Fugenmörtel verschließen.
  • Backpulver, Zimt, Kalk und kochendes Wasser bringen nichts Dauerhaftes.

Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist

Sitzt das Nest unter der Bodenplatte des Hauses oder unter einer großen, fest verlegten Terrasse, kommen Sie mit Köderdosen nicht mehr weit. Die Kolonie hat dann mehrere Eingänge, oft Tausende Tiere, und weicht bei Störung einfach unter die nächste Platte aus. Dasselbe gilt, wenn bereits Straßen ins Haus laufen, wenn Platten absacken oder wenn der Befall trotz eigener Versuche jedes Frühjahr an derselben Stelle zurückkommt. In diesen Fällen lohnt sich eine Ameisenbekämpfung durch den Fachbetrieb, weil wir Mittel einsetzen dürfen, die im Handel für Privatpersonen nicht erhältlich sind, und weil wir wissen, wo wir suchen müssen.

Zwei Situationen behandeln wir mit Vorrang. Erstens Kinderspielbereiche: Ein Nest der Roten Gartenameise unter dem Sandkasten oder neben der Schaukel ist eine Plage, weil die Tiere stechen und Kleinkinder nicht ausweichen. Hier geht es darum, gezielt an das Nest zu kommen, ohne Mittel offen im Spielbereich liegen zu lassen. Zweitens Gastronomie: Auf der Terrasse einer Eisdiele, eines Cafés oder eines Biergartens laufen Ameisen zwischen den Tischen, in die Zuckerdosen und in die Gläser der Gäste. Der Betreiber braucht eine Behandlung, die außerhalb der Öffnungszeiten läuft, dokumentiert ist und im Lebensmittelbereich ohne offene Köder auskommt.

So gehen wir auf Terrasse und im Rasen vor

Zuerst bestimmt der Techniker die Art, denn eine Wiesenameise im Rasen braucht ein anderes Vorgehen als eine Wegameise mit Straße ins Haus. Dann suchen wir das Nest. Bei Terrassen setzen wir dafür kleine Ködermengen an die Straßen und schauen, wohin die Tiere sie tragen; die Richtung verrät die Platte, unter der die Kolonie sitzt. Auf großen Pflasterflächen, in Einfahrten und an Stützmauern kann das mehrere Stellen betreffen, weil alte Völker Zweignester anlegen.

Behandelt wird die Kolonie, nicht das Einzeltier. Wo das Nest erreichbar ist, bringen wir ein Gieß- oder Streumittel direkt in die Gänge ein. Unter fest verlegten Platten arbeiten wir mit Ködergel und Köderstationen, die die Arbeiterinnen ins Nest tragen und an Brut und Königin verfüttern. Die Stationen sind geschlossen, Kinder und Haustiere kommen nicht an den Wirkstoff. Wir sagen Ihnen vorher, wo die Mittel liegen und wie lange die Fläche gemieden werden sollte. In den ersten Tagen nach der Behandlung laufen oft mehr Tiere als vorher; das ist gewollt, sie holen den Köder.

Zum Abschluss empfehlen wir, die ausgeräumten Fugen neu zu verfüllen, am besten mit einem Material, das aushärtet oder bindet. Sonst zieht die nächste Königin im Sommer wieder ein. Am Telefon klären wir, was zu tun ist, was der erste Termin kostet und wann ein Termin möglich ist; für jeden Termin gilt ein Festpreis, abgerechnet per Rechnung. Wie viele Termine nötig werden, entscheidet der Befall. Termine sind meist innerhalb von 1 bis 2 Werktagen möglich. Bei größeren Objekten wie Wohnanlagen oder Gastronomieterrassen sehen wir uns die Sache auf Wunsch vorher an und machen ein Angebot.

Rechtslage in Kürze

  • Wegameise, Wiesenameise, Rote Gartenameise und Rasenameise stehen nicht unter Artenschutz und dürfen bekämpft werden. Besonders geschützt ist die hügelbauende Rote Waldameise (Formica rufa) mit ihren Nadelhügeln im Wald; ihre Nester dürfen nicht beschädigt werden. Unter Terrassen kommt sie nicht vor. Wer am Waldrand einen großen Nadelhügel im Garten hat, wendet sich an die Untere Naturschutzbehörde. (BNatSchG § 44)
  • Privathaushalte können 20 Prozent der Arbeitskosten einer Ameisenbekämpfung auf dem eigenen Grundstück von der Steuer abziehen, bis 4.000 Euro im Jahr, nur mit Rechnung und Überweisung. (EStG § 35a)

Diese Punkte fassen die Gesetzeslage zusammen und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Behörde oder Gericht.

Häufige Fragen dazu

Schaden Ameisen dem Rasen?

Dem Gras selbst tun sie wenig, die Gelbe Wiesenameise lockert den Boden sogar. Störend sind die Hügel: Sie machen die Fläche uneben, der Mäher reißt die Kuppen ab, und an diesen Stellen wird das Gras dünn und trocknet im Sommer aus. Wer die Hügel nur einebnet, hat sie im nächsten Jahr wieder. Dauerhaft hilft Köder an den Hügeln oder eine direkte Behandlung des Nests, danach nachsäen.

Stechen oder beißen Ameisen im Garten?

Die Schwarze Wegameise beißt zwar, das spürt man aber kaum. Die Rote Gartenameise hat einen Stachel und setzt ihn ein, wenn man auf dem Nest steht oder sich darauf setzt. Der Stich brennt ähnlich wie Brennnesseln, bei empfindlichen Menschen schwillt die Stelle an. Gefährlich ist das normalerweise nicht, bei Kleinkindern im Spielbereich aber ein Grund, das Nest behandeln zu lassen.

Bringen Ameisenköder aus dem Baumarkt unter der Terrasse etwas?

Bei einer kleinen Kolonie unter einer oder zwei Platten ja, wenn die Dose direkt an der Straße steht, der Köder angenommen wird und Sie in der Zeit nicht sprühen. Bei alten Völkern mit mehreren Nestern, unter großen Flächen oder bei Straßen ins Haus reicht die Wirkstoffmenge oft nicht, oder die Tiere verlieren nach Tagen das Interesse. Läuft die Straße nach zwei Wochen wieder, ist das der Punkt, an dem Sie anrufen sollten.

Muss die Terrasse aufgenommen werden, um das Nest zu entfernen?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Köder wirken durch die Fugen hindurch, weil die Arbeiterinnen ihn selbst ins Nest tragen. Wo eine Platte ohnehin kippelt, heben wir sie an, behandeln direkt darunter und legen sie wieder ein. Ein kompletter Rückbau ist nur sinnvoll, wenn das Splittbett so ausgeräumt ist, dass die Fläche sowieso neu verlegt werden muss. Dann behandeln wir vor dem Neuverlegen den Untergrund.

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